Brauchst du ein Bewerbungsfoto?
Nein. Und das ist keine Ausrede, sondern die Rechtslage.
Verlangen darf es niemand
Ein Foto zeigt Alter, Herkunft und Aussehen – also genau die Dinge, nach denen niemand ausgewählt werden darf. Deshalb ist ein Bewerbungsfoto in Deutschland freiwillig. Wer es zur Bedingung macht, bewegt sich auf dünnem Eis.
Auf SchülerMatch ist es deshalb optional. Dein Lebenslauf funktioniert ohne, und keine Anzeige kann es erzwingen.
Wann eins trotzdem hilft
Freiwillig heißt nicht wertlos. Bei Jobs, in denen du mit Menschen zu tun hast – Kellnern, Verkauf, Babysitten, Nachhilfe –, macht ein freundliches Bild dich greifbar. Der Arbeitgeber sieht keinen Namen auf Papier, sondern jemanden.
Bei Jobs ohne Kundenkontakt bringt es dagegen wenig. Wer Zeitungen austrägt oder im Lager hilft, wird nicht nach dem Gesicht ausgesucht.
Wann du besser keins nimmst
Ein schlechtes Foto schadet mehr als gar keins. Wenn du gerade nur ein Partybild, ein Selfie mit Filter oder ein Bild aus großer Entfernung hast: lass es weg. Niemand vermisst es.
In fünf Minuten, ohne Studio
Du brauchst kein Fotostudio. Du brauchst jemanden, der auf den Auslöser drückt – Handy reicht.
- Tageslicht, kein Blitz. Stell dich ans Fenster, Licht von vorn. Der Blitz macht harte Schatten und rote Augen.
- Ruhiger Hintergrund. Eine glatte Wand. Kein unaufgeräumtes Zimmer, kein Bett, keine Poster.
- Lass jemanden auslösen. Ein Selfie sieht man immer – der Arm im Bild, die Verzerrung durch die Nähe. Handy auf ein Regal stellen und den Timer nehmen geht auch.
- Kamera auf Augenhöhe. Von unten sieht jeder komisch aus, von oben wirkt es wie ein Schnappschuss.
- Schau in die Linse und lächle. Kein Grinsen, kein ernstes Gesicht. Freundlich reicht.
- Zieh an, was du zur Arbeit anziehen würdest. Für einen Schülerjob heißt das: sauberes T-Shirt oder Hemd. Kein Anzug – das wirkt verkleidet.
- Schneide es zu. Kopf und Schultern, etwas Luft über dem Kopf. Hochformat.
Mach zehn Bilder und such das beste aus. Das erste ist nie das beste, und es kostet nichts.
Bevor du es hochlädst
Es ist ein Bild von dir, und es geht an Menschen, die du nicht kennst. Ein paar Dinge lohnen sich deshalb zu wissen:
- Firmen sehen deinen Lebenslauf erst, wenn du dich beworben hast. Nicht vorher, und nicht alle – nur die, bei der du dich beworben hast.
- Du kannst es jederzeit wieder entfernen oder austauschen, im Lebenslauf-Editor.
- Nur du selbst aufs Bild. Keine Freunde, keine Geschwister – die haben nicht zugestimmt.
- Sprich mit deinen Eltern darüber, wenn du unsicher bist. Sie müssen dem Job ohnehin zustimmen.
Und noch einmal, weil es wichtiger ist als alles andere auf dieser Seite: Wenn du kein Foto hochladen willst, dann lass es. Es fehlt dir dadurch nichts.
Weiter zum Lebenslauf
Das Foto ist der kleinste Teil. Was zählt, steht daneben: was du kannst, wann du Zeit hast und warum du dich meldest. Der Lebenslauf-Editor führt dich durch – mit oder ohne Bild.
Diese Seite erklärt die Regeln in einfachen Worten und ist keine Rechtsberatung. Ob im Einzelfall ein Foto verlangt werden darf, hängt vom Job ab – verbindlich ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.