Was ist ein fairer Stundenlohn?
Übliche Löhne – und die Regel, die kaum jemand kennt
Das Wichtigste zuerst
Der gesetzliche Mindestlohn gilt für dich nicht, solange du unter 18 bist und keine abgeschlossene Berufsausbildung hast. Das steht so im Mindestlohngesetz (§ 22 Absatz 2).
Das heißt: Ein Arbeitgeber darf dir weniger anbieten – und das ist nicht verboten. Es heißt aber nicht, dass du alles annehmen musst. Was ein fairer Lohn ist, verhandelt ihr; du solltest nur wissen, wo du stehst.
Was üblich ist
Erfahrungswerte aus Deutschland. In Großstädten liegt es meist etwas höher, auf dem Land niedriger.
Als Faustregel: Unter 8 Euro solltest du genauer hinsehen. Ausnahmen gibt es – etwa, wenn du sehr wenig Verantwortung trägst und nebenbei lernen kannst. Aber es sollte einen Grund geben.
Woran du erkennst, dass etwas nicht stimmt
- Bezahlung nach Menge ohne Rechnung. „5 Cent pro Prospekt" klingt harmlos. Rechne aus, wie viele du pro Stunde schaffst – oft landet man unter 6 Euro. Frag vorher nach einer realistischen Einschätzung.
- Probearbeit ohne Bezahlung. Ein kurzes Kennenlernen von ein, zwei Stunden ist üblich. Ein ganzer unbezahlter Tag ist es nicht.
- „Trinkgeld gleicht das aus." Trinkgeld ist ein Zusatz, kein Ersatz für einen Lohn.
- Kein Wort über die Bezahlung. Wer beim Kennenlernen ausweicht, weicht später auch aus. Frag direkt.
- Vorkasse für irgendetwas. Arbeitsmaterial, Schulung, Vermittlung – für einen Job zahlst du nie im Voraus. Das ist immer ein Warnzeichen.
Wie du nach mehr fragst
Das ist mit 15 unangenehm, aber es geht. Drei Sätze, die funktionieren:
- „Ich habe gesehen, dass für so eine Tätigkeit meist 12 bis 14 Euro gezahlt werden. Wäre das möglich?"
- „Ich mache das jetzt seit drei Monaten zuverlässig. Können wir über den Stundenlohn sprechen?"
- „Ich würde gern anfangen. Vorher würde ich nur gern wissen, was ich pro Stunde bekomme."
Ein Nein ist keine Katastrophe – dann weißt du wenigstens, woran du bist. Und wenn du gute Arbeit machst, hast du beim nächsten Mal ein Argument.
Was am Ende übrig bleibt
Bis 603 Euro im Monat ist ein Minijob für dich normalerweise steuer- und abgabenfrei – der Betrag kommt also fast vollständig bei dir an. Wer mehr verdient oder mehrere Jobs hat, sollte das mit den Eltern durchgehen.
Am Kindergeld ändert ein Nebenjob nichts, solange du zur Schule gehst.
Auf SchülerMatch
Bei jeder Anzeige steht der Stundenlohn dabei, und du kannst nach einem Mindestbetrag filtern. So siehst du sofort, ob sich das Hinsehen lohnt.
Diese Seite ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Bei Streit über Lohn hilft die Minijob-Zentrale oder eine Beratungsstelle.